Sicherheit für Autofahrer und Fußgänger: Die Warnwestenpflicht

Seit dem 1.7.2014 herrscht in Deutschland Warnwestenpflicht für alle Autofahrer. Das bedeutet, dass jeder Autofahrer mindestens eine Warnweste in seinem Wagen transportieren muss, die der deutschen oder zumindest der europäischen Norm entspricht. Doch nicht nur bei einem Autounfall ist es wichtig, gut gesehen werden zu können – gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sollte man auch bei Spaziergängen oder Unternehmungen im Dunkeln auf eine gute Sichtbarkeit achten.

Warnwestenpflicht: Bislang nur für Autofahrer

Obwohl sich auch das Unfallrisiko für Fußgänger und Fahrradfahrer im Winter erhöht, besteht eine Warnwestenpflicht derzeit nur für Autofahrer. Dennoch können auch Fußgänger und insbesondere Fahrradfahrer ihre Sicherheit im Dunkeln erhöhen. Für Fahrradfahrer gehört dazu unter anderem ein umfangreicher Winter-Check des geliebten Drahtesels: Neben einer allgemeinen Prüfung von Schutzblechen, Reifenprofilen, Glühbirnen, Kette sowie von Kontakten und Kabelverbindungen ist insbesondere die Beleuchtung beim Check von großer Bedeutung. Ein weißer Strahler am Vorderrad und ein roter Rückstrahler am Hinterrad sind ebenso unverzichtbar wie gelbe Reflektoren an den Pedalen und die „Katzenaugen“ an den Speichen der Räder. Scheinwerfer und Schlussleuchten dürfen zudem nicht mehr zusammen einschaltbar sein, was auch den Einsatz von akkubetriebenen Front- und Rückleuchten erlaubt.

Sicherheit für Fußgänger im Dunkeln

Ein Fußgänger in dunkler Kleidung wird von Autofahrern erst auf eine Entfernung von 25 bis 30 Metern wahrgenommen. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h und einem damit verbundenen Bremsweg von 40 Metern bei normalen Witterungsbedingungen ist rechtzeitiges Bremsen für den Fahrer damit so gut wie unmöglich. Kleidung mit hellen Kontrasten kann zumindest auf eine Entfernung von 40 bis 50 Metern wahrgenommen werden – noch besser sind reflektierende Kleidung oder Reflektoren an Tasche oder Rucksack: Reflektierende Flächen können von Autofahrern auf eine Entfernung von 130 bis 160 Metern registriert werden. Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, seine Kleidung mit fluoreszierenden Buttons, Klebern oder Aufnähern zu versehen.

Warnweste: In Deutschland für Autofahrer Pflicht

Einen weitaus höheren Stellenwert hat die Warnweste im Straßenverkehr: Autofahrer sind aufgrund der 2014 eingeführten Warnwestenpflicht dazu verpflichtet, mindestens eine Warnweste im Auto mitzuführen. In Deutschland ist eine Warnweste pro Fahrzeug ausreichend – in manchen anderen Ländern Europas muss hingegen für jeden Insassen eine Warnweste vorhanden sein. Verletzt man die Warnwestenpflicht, indem man keine Weste im Wagen mitführt, muss man mit einem Bußgeld in Höhe von 15 Euro rechnen.

Warnwestenpflicht: Vorsicht im Urlaub!

Auch im europäischen Ausland gilt die Warnwestenpflicht. So sieht beispielsweise die Warnwestenpflicht in Österreich vor, dass Warnwesten für alle Insassen im Auto vorhanden sein müssen – ist dem nicht so, drohen Bußgelder von 14,- bis 2.180,- Euro. Auch die Warnwestenpflicht selbst ist dabei variabel: In Belgien, Kroatien und Portugal gilt die Warnwestenpflicht für Autos und für Motorräder, während in Finnland Fußgänger bei Dunkelheit eine Warnweste tragen müssen. In Frankreich gilt die Warnwestenpflicht indes für Autos und Fahrräder, während in Spanien nur gewerbliche Fahrzeuge mit einer Warnweste ausgestattet sein müssen. Die Bußgelder bei Missachtung reichen dabei von 14,- Euro bis 2.180,- Euro – Österreich deckt damit sowohl das europäische Minimum als auch das Maximum ab.

Staat Warnwestenpflicht gilt für… Mögliches Bußgeld (Euro)
Belgien Auto und Motorrad 50,- bis 1375,-
Finnland Fußgänger bei Dunkelheit
Frankreich Auto und Fahrrad 90,-
Italien Auto 35,- bis 140,-
Kroatien Auto und Motorrad ab 50,-
Norwegen Auto (in N zugelassen) situationsbedingt
Österreich Auto (Alle Insassen) 14,- bis 2180,-
Portugal Auto und Motorrad (in P zugelassen) 60,- bis 600,-
Schweden gewerbliche Fahrzeuge ab 40,-
Spanien Auto (alle Insassen) bis zu 91,-

 

Tipps und Tricks zur Warnwestenpflicht

Ob man die Warnwestenpflicht im Alltag in Deutschland beachten oder beim Winterurlaub eine Warnweste in Österreich mitführen möchte, sollte man einige Punkte beachten. Hierzu gehört in erster Linie die richtige Lagerung der Warnweste: Obwohl einige Autofahrer ihre Warnweste gut sichtbar am Fahrersitz aufhängen, sollte man hierauf nach Möglichkeit verzichten. Der Grund ist simpel: Durch die dauernde Sonneneinstrahlung kann die Farbe der Warnweste verblassen und damit ihre Funktion verloren gehen. Man sollte die Warnweste stattdessen schnell erreichbar im Handschuhfach, unter dem Sitz oder in den Seitenfächern der Tür deponieren. Eine Lagerung im Kofferraum ist nicht zu empfehlen.

Die Warnwestenpflicht wird zudem nur dann erfüllt, wenn die Warnweste auch der Norm entspricht. Hierfür gilt entweder die deutsche oder die europäische Norm:

DIN EN 471:2003+A1:2007

EN ISO 20471:2013

Ein entsprechender Vermerk sollte auf der Verpackung der Weste zu finden sein – alternativ kann man sich natürlich auch vom Verkäufer diesbezüglich beraten lassen. Die Norm bestimmt den Anteil an reflektierendem und fluoreszierendem Material der Auto-Warnweste. Polizisten achten bei einer Kontrolle also nicht nur darauf, ob überhaupt eine Warnweste vorhanden ist, sondern auch, ob die Warnweste der Norm entspricht. Eine Tragepflicht für die Warnweste besteht dennoch nicht.

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