Zelten im Winter

Zelten im Winter: Kuscheln statt bibbern!

Die warmen Sommermonate, in denen es die meisten von uns nach draußen gezogen hat, sind nun endgültig vorbei – lange Nächte und Temperaturen um den Gefrierpunkt machen das Indoor-Leben attraktiv. Dennoch gibt es keinen Grund, auch in den Wintermonaten auf Campingausflüge zu verzichten, sofern man beim Zelten im Winter einige Tipps beachtet und sich auf hochwertiges Zubehör verlässt. Wir verraten Ihnen, was Sie über das Zelten im Winter wissen müssen, um auch bei niedrigen Temperaturen das Outdoor-Leben genießen zu können.

Der richtige Aufbau: Vom Standort zum Schlafplatz

Der richtige Standort ist beim Zelten im Winter das A und O. Er entscheidet darüber, ob man von Schneelawinen gefährdet ist, ob der Nachtschlaf durch pfeifende Windböen gestört wird und ob man auch am nächsten Morgen bequem aus dem Zelt aussteigen kann. Für das Zelten im Winter sollte man auf eine klare Nacht mit sicheren Verhältnissen warten – Lawinenwarnungen und –Lageberichte kann man im Vorfeld online abrufen. Hat man alle wichtigen Utensilien eingepackt, kann man sich auf die Suche nach dem besten Standort machen. Dieser befindet sich im Idealfall ein paar Kilometer von der nächsten Ortschaft entfernt – abseits von Senken und lawinengefährdeten Hängen. Kuppen mit freier Sicht versprechen das beste Natur-Erlebnis beim Zelten im Winter. Doch Vorsicht: Vermeiden Sie es, im Winter unter großen Bäumen zu zelten – herabfallende Äste durch Schneelasten können erhebliche Schäden verursachen!

Auch vor Wind sollte man sich in Acht nehmen, da das Zelt in einer windigen Nacht zu knistern und zu wackeln beginnen kann. Windgeschützte Plätze für das Zelten im Winter findet man hinter großen Steinformationen, kleinen Überhängen oder umgekippten Bäumen. Ist kein natürlicher Windschutz vorhanden, kann man sich auch selbst einen kleinen Wall aus Schnee formen, der auf der windzugewandten Seite platziert wird. Auch am unteren Rand des Zeltes sollte ein kleiner Schneewall aufgebaut werden, um Luftzug unter dem Zelt zu vermeiden.

Der Aufbau des Zeltplatzes

Hat man einen geeigneten Platz gefunden, sollte man diesen zunächst mit Schneeschuhen platt treten – bei mangelndem Eigengewicht kann man hierfür auch den Rucksack aufsetzen. Sollte sich der gewählte Platz in leichter Hanglage befinden, empfiehlt es sich, die Fläche zunächst mit einer Schaufel zu begradigen, bevor man das Zelt mit dem Eingang zur windabgewandten Seite aufbaut. Vor dem Abspannen sollte man sicherstellen, dass der Eingangsbereich frei ist, sodass man am nächsten Morgen problemlos aus dem Zelt steigen kann. Hierfür sollte sich auch die Schaufel in der Nähe des Eingangs befinden, sodass man sich im Notfall nach starken Schneefällen wieder selbst befreien kann.

Schlafsack im Winter

Camping im Winter: Zelt, Isomatte und Schlafsack im Fokus

Damit das Zelten im Winter auch wirklich Spaß macht, ist man auf eine passende Ausrüstung angewiesen. Dazu gehört in erster Linie das Zelt. Eine schlechte Nachricht für Sparfüchse: Das herkömmliche Sommerzelt ist für das Zelten im Winter in der Regel nicht ausreichend, da es weder vor tiefen Temperaturen, noch vor Schnee und Wind ausreichenden Schutz bieten kann.

Möchte man ein passendes Winter-Zelt oder Tarp kaufen, sollte dieses selbstverständlich hochwertig verarbeitet sein, sodass keine kalte Luft zwischen den Nähten eindringen kann. Spezielle Winterzelte unterscheiden sich durch verschiedene Merkmale von herkömmlichen Zelten: Winterzelte bringen ein zusätzliches Innenzelt mit und werden bis auf den Boden gespannt, sodass der Schnee nicht ins Innere eindringen kann. Auch ein hochwertiger Aufbau und ein stabiles Gestänge, das auch größeren Schneelasten trotzt, sprechen für ein Winter-Zelt. Pyramiden-Zelte sind hierfür gut geeignet, da der Schnee auf den steilen Außenwänden keinen Halt finden kann und somit schneller abrutscht.

 

Isomatte & Schlafsack im Winter-Check

Neben dem Zelt sind auch Isomatte und Schlafsack für eine angenehme Nachtruhe beim Zelten im Winter von entscheidender Bedeutung. Bei der Wahl der Isomatte sollte man auf eine aufblasbare Matte setzen, da diese eine erheblich bessere Isolierung bietet als die herkömmlichen Schaummatten. Möchte man dennoch Isomatten aus Schaumstoff verwenden, sollte man womöglich zwei Matten übereinander legen, um eine optimale Isolierung sicherzustellen. Dies ist auch bei einer aufblasbaren Isomatte empfehlenswert, da das Zelten im Winter schnell zur Qual wird, wenn die Matte ein Loch bekommt und Luft verliert. Auch eine Rettungsdecke unter der Matte kann für zusätzliche Isolierung sorgen.

Schließlich sollte man auch am Schlafsack nicht sparen. Auch hier erweisen sich spezielle Winter-Modelle als besonders sinnvoll für den Campingausflug in der kalten Jahreszeit. Auch spezielle Inlays und Schichten, die einer besseren Isolierung dienen, sollten dabei nicht fehlen. Schließlich muss man sich zwischen einem Schlafsack aus Daunen oder Kunstfaser entscheiden. Daunen haben den Vorteil, dass sie in der Regel komprimierbarer sind und wärmer halten als Kunstfasern, während diese im Gegensatz zur Daune günstiger sind und schneller trocknen. Hier muss jeder selbst entscheiden, welches Material man bevorzugt.

5 Tipps & Tricks für reibungsloses Zelten im Winter

Zu guter Letzt möchten wir Ihnen noch 5 wertvolle Tipps & Tricks für Ihren Campingausflug in der kalten Jahreszeit mit auf den Weg geben:

1. Achten Sie auf die richtige Größe des Schlafsacks

Für das risikofreie und angenehme Zelten im Winter sollte man einen passenden Schlafsack einpacken. Ist im Innenraum zu viel Platz, verliert der Körper Wärme, da er die Luft im Innenraum aufzuheizen versucht. Ist der Schlafsack hingegen zu klein, fehlt die wichtige Isolationsschicht und der Körper kühlt zu schnell aus. Zu kleine Schlafsäcke kann man leider nicht mehr retten – zu viel Platz im Innenraum kann man allerdings durch eine zusätzliche Kleidungsschicht oder durch das Ausstopfen der Zwischenräume kompensieren.

2. Gehen Sie vor dem Schlafengehen auf Toilette

Es sprechen zwei wichtige Gründe dafür, die Toilette beim Zelten vor dem Schlafengehen zu besuchen: In erster Linie verhindert man damit, nachts aufstehen und sich aus dem warmen Schlafsack in den kalten Außenbereich begeben zu müssen und darüber hinaus spart man mit dem Verrichten der Notdurft vor dem Schlafengehen wertvolle Energie, die der Körper andernfalls in das Warmhalten der Flüssigkeit in der Blase investieren müsste.

3. Nehmen Sie genügend Nahrung zu sich

Der Körper friert schneller, wenn er unter Hunger leidet. Darüber hinaus fehlen in der Nacht wertvolle Energiereserven, wenn man mit leerem Magen ins Bett beziehungsweise in den Schlafsack kriecht. Essen Sie deshalb rechtzeitig vor dem Schlafengehen eine ordentliche Portion Trekkingnahrung, Nüsse oder Schokolade. Scharfe Gewürze regen dabei den Kreislauf an – verfeinern Sie Ihre Mahlzeit deshalb am besten mit Ingwer, Chili oder Pfeffer.

4. Kleiden Sie sich richtig ein

Erfahrene Outdoor-Abenteurer wissen bereits, dass sich das Zwiebelprinzip bei der Kleiderwahl stets bewährt. Behalten Sie dies auch beim Zelten im Winter bei, indem sie mehrere Lagen Kleidung über Ihre (lange) Unterwäsche anziehen. Vergessen Sie dabei auch die Füße und den Kopf nicht – gerade hier geht besonders viel Körperwärme verloren, die durch eine Mütze, ein Tuch oder eine Kapuze bewahrt werden kann.

5. Verwenden Sie eine Wärmflasche

Um der Kälte Herr zu werden oder um zusätzlich für etwas Behaglichkeit im Winter Zelt zu sorgen, können Sie mithilfe eines Gas- oder Benzinkochers Wasser erhitzen und dieses in eine Wärmflasche füllen. Platzieren Sie die Wärmflasche im Schlafsack, am besten in der Nähe der Füße und genießen Sie eine behagliche Wärme beim Zelten im Winter.

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