Hundeangriff richtig abwehren: Weglaufen ist keine Option!

Hunde gelten als der „beste Freund des Menschen“ – und das stimmt in den meisten Fällen auch. Allerdings können aufgrund von fehlender oder falscher Erziehung oder auch durch instinktive Handlungen des Tieres Menschen durch Hunde gefährdet werden. Das „Deutschen Ärzteblatt” schätzt die Zahl der Bissverletzungen in Deutschland im Jahr 2015 auf jährlich insgesamt 30.000 bis 50.000. Nicht alle Angriffe von Hunden verlaufen dabei schwerwiegend – dennoch sterben jährlich zwischen 1 und 6 Personen an den Folgen eines Hundebisses. Neben Joggern, Radfahrern und Nordic Walkern sind häufig auch Kinder von Hundeangriffen bedroht. Umso wichtiger ist es, auf den Fall der Fälle gut vorbereitet zu sein.

Warum beißen Hunde?

Im Normalfall sind Hunde gut erzogen – das grundlose Angreifen von Menschen ist für sie dabei keine Option. Allerdings gibt es auch hier teilweise Ausnahmen, nämlich dann, wenn der Jagdtrieb eines Hundes geweckt wurde. Instinktive Handlungen verleiten die Tiere daraufhin dazu, Jogger oder Radfahrer zu verfolgen und anzugreifen.

Leider sind nicht alle Hunde gut erzogen – durch Angststörungen, Erziehungs- und Haltungsfehler oder gar durch Quälerei können Hunde enorme Aggressionen und Verhaltensprobleme aufbauen, die sie an fremden und auch an bekannten Personen ausüben. 90 Prozent der Opfer kennen in der Regel sogar den Hund, der sie angegriffen hat.

Kommunikationsprobleme zwischen Hund und Mensch

Gerade als Jogger, Spaziergänger oder auch für Kinder ohne viel Erfahrung mit Hunden ist es schwer, die Körpersprache der Tiere richtig zu deuten und darauf zu reagieren. Als Rudeltiere mit ausgeprägtem sozialen Wesen verteidigen Hunde mit allen möglichen Mitteln ihr Revier – noch ausgeprägter ist dieser Trieb bei angeketteten Hunden. Um die Tiere nicht unnötig zu provozieren und um Angriffe von vorherein zu vermeiden, ist die richtige Körpersprache von größter Bedeutung.

Unter Menschen gilt Lächeln als freundliche und herzliche Geste – Hunde können die gezeigten Zähne jedoch auch als Zähnefletschen und damit als Drohung verstehen. Auch die menschliche Anatomie der Ohren kann Hunden ein falsches Bild vermitteln: Anders als bei Hunden liegen beim Menschen die Ohren von Natur aus eng am Kopf an, was unter Hunden Unmut oder Aggressionen ausdrückt. Wird der Hund daraufhin noch angestarrt oder signalisiert der Mensch durch schnelle Bewegungen oder einer Hand oberhalb seiner Augen Angriffsbereitschaft, reagieren die meisten Hunde darauf mit Bellen, Knurren, hochgezogenen, Lefzen, flach anliegenden Ohren und gesträubtem Fell mit typischen Drohsignalen.

Hundeangriff: Was tun?

Obwohl dieser Tipp nur schwer umsetzbar sein wird, sollte man dennoch auch im Angesicht eines drohenden Hundes die Ruhe bewahren. Hunde können die Angst eines Menschen spüren – nicht zuletzt durch die entsprechenden Pheromone, welche die Menschen in Angstsituationen produzieren. Regt man sich also auf, schreit man oder fängt man an wegzurennen, kann man damit nicht nur den Jagdtrieb des Tieres wecken, sondern auch bedrohlich auf den Hund wirken.

Statt wegzurennen sollte man sich starr und bewegungslos machen, wenn man von einem Hund bedroht wird. Kommt der Hund direkt mit gesträubtem Fell auf Sie zu und hat er Sie fixiert, dann stehen Sie ruhig, mit den Händen an den Seiten da und wenden Sie den Blick ab. Im günstigsten Fall verliert der Hund an dieser Stelle das Interesse und wird weggehen, wenn er ignoriert wird. Beobachten Sie den Hund dabei nicht frontal, sondern aus den Augenwinkeln und wenden Sie sich dem Hund seitlich zu, um Beschwichtigungssignale der Hundesprache auszusenden. Stecken Sie dabei die Hände in die Hosentaschen oder ballen Sie die Finger zu Fäusten, um weniger Angriffsfläche zu bieten.

Sollte sich der Hund auch an diesem Punkt noch nicht entspannt haben, sondern weiterhin in den Angriff übergehen wollen, dann versuchen Sie, dem Tier eine Alternative zu bieten: Im besten Fall Leckerlis oder ein Spielzeug – ansonsten auch einen Regenschirm, einen Stock, eine Tasche, ein Rucksack oder eine Jacke. Damit kann man den Hund von den eigenen Beinen und Armen ablenken und den Fokus auf einen anderen Gegenstand richten. Lassen Sie den Gegenstand allerdings trotzdem nicht sofort los, da der Hund sich ansonsten direkt das nächste Ziel suchen könnte.

Pfefferspray

Wie wehrt man sich im Fall der Fälle richtig?

Zunächst sollte man versuchen, dem Hund durch einen selbstbewusst geäußerten Befehl zu entmutigen oder einzuschüchtern. Ein einfaches „Geh weg!“ oder „Aus!“ in Verbindung mit einer starken, tiefen und selbstbewussten Befehlsstimme kann sich dabei als besonders wirkungsvoll erweisen.

Zur Abwehr von Hunden haben sich Pfeffersprays als besonders wirkungsvoll und effektiv erwiesen.

FOX Labs Tierabwehrspray

Die Anwendung von Pfefferspray beziehungsweise Tierabwehrspray bedarf keinen besonderen Kenntnissen und kaum Übung – dennoch kann man damit hervorragende Ergebnisse erzielen. Die stärksten Pfeffersprays aus dem Hause Fox Labs oder die besonders einfach anzuwendenden Pfefferspraypistolen des Herstellers Piexon sollten deshalb gerade von Joggern, Radfahrern und Wanderern stets mitgeführt werden.

Pfefferpistole JPX

Der Vorteil in der Anwendung von Tierabwehrspray gegen Hunde liegt in der besonderen Wirkung: Da Hunde einen weitaus ausgeprägteren Geruchssinn im Vergleich zum Menschen vorweisen können, reagieren sie schneller und stärker auf Pfefferspray als ein menschlicher Angreifer.

Pfefferpistole Guardian Angel

 

Sollte der Hund trotz des Einsatzes von Tierabwehrspray nicht von Ihnen ablassen, dann versuchen Sie, die Lebenswichtigen Körperstellen am Oberkörper, Kopf und dem Hals zu schützen. Wenn der Hund abgelassen hat, verlassen Sie die Gegend langsam und vorsichtig. Laufen Sie rückwärts, um den Hund trotzdem im Auge behalten zu können.

Versorgung nach einem Hundebiss: Von erster Hilfe bis zum Melden bei Behörden

Nach einem Hundebiss hat die Wundversorgung oberste Priorität. Üben Sie leichten Druck auf die Wunde aus, um die Blutung zu stoppen – verwenden Sie hierfür eine sterile Mullbinde oder ein sauberes Tuch. Sollte die Blutung sehr stark sein oder auch nach mehreren Minuten trotz Druck nicht aufhören, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Ansonsten waschen Sie die Wunde zunächst gründlich mit warmem Wasser und Seife aus, bevor Sie zum Verbinden bzw. zum Abkleben mit einem sterilen Pflaster übergehen können. Achten Sie in der nächsten Zeit vermehrt auf die Zeichen einer Infektion, zu denen Rötungen, Wärme, erhöhte Druckempfindlichkeit oder Eiter gehören können. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, sobald sich diese Symptome einstellen. Dasselbe gilt, wenn Sie von einem unbekannten Hund, einem tollwütigen Hund und/oder einem Hund mit Schaum vor dem Mund gebissen wurden – in diesem Fall besteht ein erhöhtes Risiko einer Tollwuterkrankung, dem man gegebenenfalls durch Impfungen entgegenwirken kann.

Gegebenenfalls empfiehlt es sich daraufhin, die Behörden über den angreifenden Hund zu informieren, um andere Passanten zu schützen und um Krankheiten einzudämmen. Auch gerichtliches Vorgehen gegen den Halter des Hundes ist unter Umständen angebracht.

Quelle Info Grafik: https://de.statista.com/themen/174/haustiere/
https://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=171000

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