Wasserfilter von Lifestraw - Beitragsbild

Wasserfilter selber bauen?

Survival Wasserfilter im Test plus praktische Kaufempfehlungen

Wer in Survival und Bushcraft aktiv ist oder sich für diesen Bereich interessiert, der kennt bestimmt folgenden Spruch. Drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser, drei Wochen ohne Nahrung. Diese einfache Faustregel gilt als Mantra für das eigene Überleben in der Wildnis. Natürlich kann der ein oder andere auch länger die Luft anhalten oder ohne Essen auskommen. Grundsätzlich sind die drei Minuten, Tage oder Wochen jedoch als Grenze dessen zu betrachten, die der durchschnittliche Mensch verkraften kann.

Gerade das Wasser ist in einer echten Survival Situation schwierig zu finden. Ungefiltertes Wasser kann allerdings schlimme Keime und Bakterien enthalten, was dann unter Umständen zu noch größeren Schwierigkeiten führt. Deshalb ist es sinnvoll zu wissen, wie man auch ohne viele Hilfsmittel einen Wasserfilter selber bauen kann.

Genau das erklären wir euch in diesem Beitrag. Wir zeigen euch, wie ihr einen Wasserfilter selber bauen könnt, worauf es dabei ankommt, warum Wasser nie ungefiltert getrunken werden sollte und welche kommerziellen Wasserfilter empfehlenswert sind. Euch erwartet demnach ein allumfassender Ratgeber zum Thema Wasserversorgung in Notsituationen.

Warum ist ein Wasserfilter so wichtig?

Klares und reines Wasser, was kann daran denn schon schlimm sein? Warum sollte man es nicht trinken? Eigentlich nichts, wenn unser Wasser wirklich klar, rein und trinkbar wäre. Leider ist es verseucht mit Fäkalien, Chemikalien, Keimen und Bakterien. Wer schon einmal die ein oder andere Doku gesehen hat, weiß auch, wie viel Medikamentenrückstände im Wasser zu finden sind. Kurzum lässt sich sagen, dass Wasser krank macht oder zumindest krank machen kann. Reines Wasser, welches völlig unbedenklich getrunken werden kann, gibt es schon lange nicht mehr.

Es muss zwar nicht der Fall sein, doch oft führt ungefiltertes Wasser zu Krankheiten oder einem allgemeinen Unwohlsein. In einer Survival Situation wäre das fatal, denn hier fehlen euch sowieso schon die Reserven. Bekommt ihr dann noch Durchfall und verliert zusätzlich Flüssigkeit und Elektrolyte, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Vielleicht sogar der Tod.

Ein Wasserfilter ist daher ungemein wichtig, wenn es um das eigene Überleben gilt. Egal ob Bundeswehr-, Prepper- oder Survival-Spezialist, sie alle setzen für gewöhnlich auf entsprechend kommerzielle Wasserfilter. Doch was, wenn genau dieser nicht verfügbar ist. Beispielsweise deshalb, weil ihr euren Rucksack verloren habt oder die Ausrüstung zerstört wurde? In solch einem Fall müsst ihr den Wasserfilter selber bauen. Wie das geht, zeigen wir euch jetzt.

Wie kann man einen Wasserfilter selber bauen?

Es klingt kompliziert, einen Wasserfilter selber zu bauen, ist aber im Grunde genommen ganz einfach. Wer nicht allzu ungeschickt ist, kann den Wasserfilter selber bauen und sich somit sein Überleben sichern. Selbstverständlich nur im Notfall. Wo immer möglich, ist es besser, sich auf einen professionellen Filter zu verlassen oder das Wasser zusätzlich abzukochen. Nichtsdestotrotz liegt das nicht jedes Mal im Bereich der Möglichkeiten. Auch kann es hilfreich sein, wenn das Wasser bereits vorgefiltert wird, bevor es in den Wasserfilter kommt. Das verlängert die Lebensdauer des professionellen Wasserfilters.

Wer den Wasserfilter selber bauen möchte, benötigt eine Plastikflasche (PET-Flasche) oder etwas Ähnliches und dann, je nach Verfügbarkeit, Gras, Sand, Kies, Kohle, einen Lappen oder Stofffetzen. Wer sich jetzt wundert, wo er das Material in einer Survival Situation hernehmen soll, dem sei gesagt, dass es selbst am Ende der Welt noch menschlichen Müll gibt. Egal wie oft wir auf Survival Trips unterwegs waren, es gab keinen, bei dem wir keinen Müll gefunden hätten. Seid also sicher, dass ihr früher oder später über all diese Dinge stolpern werdet. Vor allem Plastikflaschen liegen heutzutage fast überall herum.

Das Prinzip beim Wasserfilter selber bauen ist, dass die Flasche umgedreht gefüllt wird. Das Wasser muss somit durch alle eingefüllten Schichten laufen, bevor es unten heraustropft. Das dauert einige Zeit, doch was dann herauskommt, ist entsprechend gefiltertes Wasser. Es sollte also zumindest trinkbar sein oder trinkbarer als zuvor.

Wasserfilter selber bauen

Die Flasche wird nach dem eben erwähnten Prinzip gefüllt. Wie genau der Wasserfilter aufgebaut ist, verraten wir euch nun Schritt für Schritt.

  1. Flasche umdrehen und den Boden gerade abschneiden.
  2. Durch die große Öffnung nun Stoff oder Moos bis nach unten an den Flaschenhals drücken. Dies ist die letzte Filterschicht.
  3. Darauf folgt eine etwas größere Schicht zerkleinerter Holzkohle. Sie sollte leicht bröckelig sein. Also weder zu feinem Staub zerkleinert werden, noch als große Stücke eingefüllt sein. Wenn möglich, wird darüber abermals eine dünne Schicht Stoff oder Moos platziert.
  4. Jetzt kommt der Sand. Dieser muss zuvor im Wasser möglich intensiv gewaschen werden. Dann wird eine etwas größere Menge davon in die Flasche gefüllt und festgedrückt. Er darf ruhig sehr kompakt gepresst werden.
  5. Wenn möglich, folgt nun feiner Kies. Im Notfall nehmt ihr kleinere Steine oder etwas, was dem Kies möglichst nahekommt.
  6. Als letztes wird die Flasche mit Gras aufgefüllt.
  7. Fertig ist der Wasserfilter.

Um Trinkwasser zu gewinnen, wir die Flasche nun über einem Gefäß aufgehängt. Das geht mit Stöckern und Ästen, Paracord oder eben allen anderen Materialien, die euch zur Verfügung stehen. Beim Survival gilt es stets kreativ und erfinderisch zu sein.

Das verschmutzte Wasser wird dann oberhalb, also bei der Schicht aus Gras, vorsichtig eingefüllt und tropft langsam durch den Filter hindurch, bis es unterhalb wieder herauskommt. Das dauert sehr lange, sorgt aber für eine erste Grundreinigung, die im Zweifel überlebenswichtig sein kann. Im besten Fall kocht ihr das Wasser danach trotzdem noch ab, was jedoch nicht immer möglich ist, weshalb der Wasserfilter überhaupt so eine große Rolle spielt.

Warum das Wasser nicht einfach abkochen?

Das führt uns gleich zum nächsten Punkt dieses Artikels. Denn ein selbst gebauter Wasserfilter ist weder idiotensicher, noch filtert er das Wasser perfekt. Vieles kann eben gar nicht erst gefiltert werden oder verbleibt auch nach der Filterung noch im Wasser. Außerdem ist es schwer, den perfekten Wasserfilter zu bauen, sodass die meisten Filter in Survival Situationen unter Umständen Schwächen haben. Abkochen hilft daher auch nach dem Filtern noch dabei, möglichst viele Unreinheiten loszuwerden.

Warum also nicht sofort abkochen? Zum einen, weil der Wasserfilter als zusätzliche Sicherheit dient. Zum anderen aber auch, weil Wasser nicht immer abgekocht werden kann. Wenn es regnet, ist es entsprechend schwierig, ein Feuer anzubekommen. Vielleicht ist ein Feuer gar unmöglich, weil es an Brennholz, Feuerstahl oder Zunder fehlt. Beim Survival ist Feuer zwar wichtig, doch so einfach wie im Film ist es leider nicht, überhaupt erst einmal ein Feuer zu entzünden und es aufrecht zu erhalten.

Auch erfordert das Feuer machen stets große Kraftreserven. Feuerholz geht schneller zur Neige, als ihr meint. Ein Gefäß, welches große Hitze aushält, ist ebenfalls nicht immer verfügbar. Der Wasserfilter kann beim echten Survival also euer Leben retten, weil er auch ohne zusätzliches Feuer oder andere Hilfsmittel bereits einiges an Schadstoffen herausfiltert. Abkochen ist zwar immer besser, aber eben schlichtweg nicht zu jeder Zeit möglich.

Wasserfilter kaufen oder selber bauen?

Bleibt die Frage, ob der Wasserfilter immer dabei sein sollte oder ob ihr ihn im Grunde jederzeit auch selber bauen könnt. An einen professionellen Wasserfilter kommt nichts heran, so viel sollte klar sein. Er stellt die beste und sicherste Methode dar, um Wasser trinkbar und genießbar zu machen. Außerdem sind kommerzielle Wasserfilter oft derart effektiv, dass das Wasser danach wirklich sofort trinkbar ist, also nicht noch weiter behandelt werden muss. Schmutziges Wasser in den Filter gießen und wenige Momente später kann es dann schon getrunken werden. Somit ist der Wasserfilter auch sehr praktisch und schnell.

Da die Wasserfilter zudem meist in Form von Trinkflaschen daherkommen, empfiehlt es sich, einen dabei zu haben. Im Notfall ist es immer gut, möglichst viele Gefäße mitzunehmen. Es muss in der Not schließlich viel transportiert werden. Sei es nun Wasser von einem weit entfernten Ort oder Beeren als Nahrung, die ebenfalls nicht einfach in die Tasche gesteckt werden können. Eine Flasche zu haben, hilft also grundsätzlich schon mal weiter.

Wo kann man Wasserfilter kaufen?

Bei uns natürlich. Im Obramo Security Shop haben wir nämlich nicht nur Beiträge und Artikel zum Überleben parat, sondern auch die entsprechenden Produkte. Wasserfilter gehören zur absoluten Grundausstattung für alle, die einen Trip in die Wildnis planen.

Aktuell haben wir die LifeStraw Go, mit integriertem Wasserfilter. Wir haben die LifeStraw Flex, eine flexible und weiche Kunststoffflasche mit zugehörigem Wasserfilter, die etwas softer ist. Sowie einen cleveren Aufsatz, der jede normale Flasche mit einem Filter ergänzen kann.

Egal wofür ihr euch entscheidet, beim nächsten Survival Urlaub seid ihr dann bestens vorbereitet und versorgt und könnt euch das Abkochen erst einmal sparen. Vor allem sind die Wasserfilter aber sehr sicher. Einen Wasserfilter selber bauen könnt ihr zwar immer noch, doch das solltet ihr eben eher im Notfall erwägen. Besser ist die kommerzielle Lösung, da sie entsprechend gut funktioniert.

Fazit zum Thema Wasserfilter

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass ein selbstgebauter Wasserfilter nicht hundertprozentig sicher ist. Das ist sowieso kein Wasserfilter. Wer einen Wasserfilter selber bauen möchte, sollte dies daher nur in echten Notfallsituationen tun. Am besten vorher einmal üben, um den Filter in einer richtigen Notsituation dann auch sicher benutzen zu können.

Wann immer möglich, stellt das Abkochen die effektivere Methode dar. Ist das nicht machbar, empfiehlt es sich, das gefilterte Wasser mehrmals durch den selbst gebauten Wasserfilter laufen zu lassen. Da diese Wasserfilter sehr langsam sind, macht es zudem Sinn so viele wie möglich aufzustellen. Je mehr, desto besser.

Ideal sind aber nur die professionellen Wasserfilter. Die oben vorgestellten, filtern auf sichere Art und Weise und erfüllen gewisse Ansprüche. Näheres dazu findet ihr in den jeweiligen Produktbeschreibungen. Wir hoffen, der Beitrag war wie immer interessant und ihr habt das ein oder andere lernen können. Bis zum nächsten Mal.

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