Deeskalationstraining: Ruhig bleiben, trotz drohender Gewalt

Deeskalationstraining: Ruhig bleiben, trotz drohender Gewalt

Deeskalationstraining: Ruhig bleiben, trotz drohender Gewalt
Das Ziel des Deeskalationstrainings ist, in kritischen Situationen taktisch klug agieren zu können, ohne mit der Brechstange vorgehen zu müssen. Abbildung: Pexels/pixabay.com

Es ist kein Geheimnis, dass zunehmende Gewaltbereitschaft ein großes Problem geworden ist. Diese betrifft außerdem nahezu alle Bereiche, also nicht nur diejenigen, in denen sowieso schon eine erhöhte Gefährdung vorliegt.

Egal ob im Sicherheitsdienst, an der Tür oder im Personenschutz, immer wieder kommt es zu potenziellen Konfliktherden, die nur schwer unter Kontrolle zu kriegen sind. Wo der gewöhnliche Zivilist dann häufig versagt, wird von einer Security allgemein erwartet, dass sie eine sogenannte Deeskalation anwenden kann. Das Deeskalationstraining ist dabei der Grundbaustein im Sicherheitsdienst, schließlich sollen gefährliche Situationen im besten Fall immer gänzlich ohne Gewalt oder Körpereinsatz geklärt werden.

Was ein Deeskalationstraining ausmacht, in welchen Situationen es besonders hilft und wie auch ihr euch mit einem Deeskalationstraining vor gefährlichen Situationen schützen könnt, verrät euch unser Artikel zum Thema.

Deeskalationstraining und Konfliktmanagement

Ein sogenanntes Deeskalationstraining findet in Form verschiedener Seminare oder einer konkreten Fortbildung statt, ist häufig aber auch eine wichtige Grundlage, die innerhalb der Ausbildung zum Personenschützer trainiert wird. Es kann auch als Weiterbildung erfolgen, denn beim Deeskalationstraining ändern sich unter Umständen immer wieder mal verschiedene Details, schließlich handelt es sich auch um einen psychologischen Vorgang, der viel mit dem Kopf zu tun hat.

Heruntergebrochen und in einfachen Worten ausgedrückt, geht es beim Deeskalationstraining also im Grunde genommen nur darum, zu lernen, wie angespannte Situationen möglichst gewaltfrei gelöst werden können. Ist die Stimmung also aufgeladen und werden bereits Schläge angedroht, hilft die Deeskalation dabei, eine derartige Situation schnell zu entschärfen und für eine friedliche Stimmung zu sorgen.

Beim Deeskalationstraining oder auch Konfliktmanagement, geht es also darum zu begreifen, wie der menschliche Verstand im Detail funktioniert und wie sich Aggressionen bemerkbar machen. Durch gezielte Übungen und ein Verständnis für die Vorgänge im Gehirn, kann dann wiederum dafür gesorgt werden, dass sich solche Situationen einfach auflösen.

Gewaltprävention statt Gewaltanwendung

Gerade im Bereich der Security, soll Gewalt natürlich keine Lösung sein. Pöbelt der Gast (in diesem Fall der Agressor) den Türsteher also an, schubst ihn vielleicht und droht sogar mit Schlägen, sollte der Türsteher (in diesem Fall der Deeskalierende) diese angespannte Stimmung möglichst sofort abbauen.

Gewaltprävention statt Gewaltanwendung, schließlich könnte der geschulte Türsteher den Agressor auch einfach körperlich ausschalten und der Polizei übergeben. Genau das ist aber nicht erwünscht, da derartige Ereignisse friedlich und ruhig gelöst werden sollen, ohne Probleme oder das Hinzuziehen der Polizei.

Das Deeskalationstraining sensibilisiert die teilnehmenden nun dafür, die feinen Nuancen im Verhalten wahrzunehmen. Es trainiert sie außerdem, die Situationen rechtzeitig zu erkennen und Gewalt effektiv zu verhindern, indem derartige Stressmomente mit Kommunikationsstrategien beseitigt werden.

Ohne es zu merken, wird der Agressor also mit psychologischen Tricks ruhig gestellt, sodass seine zuvor gezeigte Aggression im besten Fall einfach verpufft. So kommt niemand zu schaden, es gibt kein Aufsehen und die Polizei muss auch nicht extra anrücken.

Immer personenbezogen reagieren

Ein Deeskalationstraining ist dabei jedoch keinesfalls eine Wunderwaffe. Hier werden vielmehr Strategien und Wissen vermittelt, um den menschlichen Verstand möglichst genau deuten zu können. So weiß der Deeskalierende bereits vorab, wie die jeweilige Person auf entsprechende Maßnahmen reagieren wird.

Dabei basiert das Deeskalationstraining im Grunde genommen nur darauf, dass gewaltbereite Personen früh genug identifiziert werden können. Das Hauptziel ist also eine frühzeitige Erkennung von derartigen Agressionen, um sie bereits während ihrer Entstehungphase eindämmen zu können.

Im weiteren Verlauf vermittelt ein Deeskalationstraining dann, wie es zu gewaltbereiten Situationen kommen kann bzw. welche Ursachen ein derartiges Verhalten eigentlich hat. Somit verstehen Türsteher und Security, warum die gewaltbereite Person so reagiert, wie sie eben reagiert und können dies entsprechend einordnen.

Im letzten Schritt wenden sie dann die erlernten Methoden und Beschwichtigungen an, um die aggressive Person möglichst schnell wieder zu beruhigen, ohne dabei die eigene Autorität zu untergraben. Es geht dabei nicht darum, alles herunterzuspielen, sondern vielmehr darum auf geschickte Art und Weise dafür zu sorgen, dass der Agressor erkennen kann, dass sein Verhalten albern und aussichtslos erscheint und die Situation nun möglichst schnell beendet werden sollte. Deeskalation bedeutet daher immer auch, dem Agressor eine Chance zu bieten, aus der Situation auszusteigen, ohne vor seinen Freunden oder Bekannten als Schwächlich zu wirken.

Deshalb ist es wichtig, die Gewaltprävention stets personenbezogen anzuwenden und niemals als Holzhammer-Methode gegen jegliche Form von Gewalt zu sehen. Jeder Mensch ist individuell und braucht somit auch seine ganz eigene Behandlung und genau das wird in einem Deeskalationstraining vermittelt.

Deeskalationstraining als Weiterbildung

Ein Deeskalationstraining ist per se für viele verschiedene Gruppen von Menschen möglich und fast immer als äußerst sinnvoll zu betrachten. Ideal geeignet sind Seminare zur Deeskalation, die vor allem Mitarbeiter im Sicherheitsdienst, Türsteher oder Personenschützer wahrnehmen sollten. Sie lernen innerhalb der Seminare effektive Methoden kennen, mit denen sie Konflikte einfach entschärfen, die Gefahr blitzartig reduzieren und all das völlig ohne Gewalteinwirkung.

Dafür besuchen entsprechende Berufsgruppen die Seminare, nutzen eine Form der Weiterbildung oder Fortbildung und auch bei einer speziellen Ausbildung in diesem Bereich, ist das Deeskalationstraining in der Regel ein fester und wichtiger Bestandteil.

Am Ende sorgt ein cleveres Konfliktmanagement immer auch für mehr Sicherheit, schließlich sollten Security und Personenschutz sich nicht in gefahrvolle Situationen begeben, sondern die Sicherheit ihrer Kunden garantieren. Das Deeskalationstraining wirkt da wahre Wunder.

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