Ein Personenschützer observiert einen Politiker

Personenschützer haben im Alltag in erster Linie mit Politikern, Geschäftsleuten und Prominenten zu tun, die zwar nicht dauerhaft in Gefahr sind, aufgrund ihrer Öffentlichkeitsarbeit aber unweigerlich ein lohnendes Ziel darstellen. Foto: rgaymon/pixabay.com

Viele erfahren im Kino davon, wie der vermeintliche Alltag eines Personenschützers aussieht. Natürlich ist dieser dort vollkommen übertrieben dargestellt und gleicht eher einem Actionfilm als der Realität, doch dennoch ist dies häufig der erste Berührungspunkt, der einem die Berufsgruppe für Sicherheit etwas besser vorstellt.

Der Alltag sieht bei einem tatsächlichen Personenschützer dann selbstverständlich nicht ganz so spektakulär wie im Kino aus und sein Leben muss er auch nicht jeden Tag riskieren. Zum Glück! Vielmehr sollte er bereit sein, sich bei einem Zwischenfall in unmittelbare Gefahr zu begeben, um die Person, die er schützen soll, zu retten oder ihr die Flucht aus der gefährlichen Situation zu ermöglichen. Der Personenschutz sorgt demnach vor allem für Sicherheit und ist dennoch nicht mit einer Sicherheitskraft zu verwechseln.

Personenschützer haben im Alltag in erster Linie mit Politikern, Geschäftsleuten und Prominenten zu tun, die zwar nicht dauerhaft in Gefahr sind, aufgrund ihrer Öffentlichkeitsarbeit aber unweigerlich ein lohnendes Ziel darstellen. Gefahr lauert überall und im entscheidenden Moment sollte ein Personenschützer dafür sorgen, dass diese Gefahr erfolgreich abgewendet wird.

Doch wie wir man eigentlich Personenschützer? Welche Voraussetzungen gibt es und müssen Personenschützer vorab eine besonderes Ausbildung absolvieren? Wir haben und das mal etwas genauer angesehen und klären euch nun darüber auf, welche Bedingungen ihr erfüllen solltet, wenn ihr selbst in Sachen Sicherheit und Personenschutz arbeiten möchtet.

Ausbildung zum Personenschützer

Die Ausbildung zum Personenschützer ist keine klassische Ausbildung und auch keine Ausbildung, die viele Monate oder gar mehrere Jahre benötigt. Im Grunde gleicht die Personenschutzausbildung eher einem Lehrgang und einem aktiven Training, in welchem ihr auf verschiedene Situationen und Gefahren vorbereitet werdet.

Dazu gehört es beispielsweise, Gefahrenanalysen zu erstellen und situationsbedingte Gefahren richtig einschätzen zu können. Auch die Waffensachkunde (nach §7 WaffG) gehört in der Sicherheitsbranche üblicherweise dazu, ebenso wie ein Grundwissen in der Selbstverteidigung und verschiedene Tricks, um Situationen von Gewalt schnell und effektiv aufzulösen. Schutz und Sicherheit spielen dabei die größte Rolle, nicht die rohe Gewalteinwirkung.

Da inzwischen viele Menschen den Wunsch haben, eine Ausbildung zum Personenschützer zu absolvieren, sind die Plätze auf und Ausbildungsstellen im Personenschutz hart umkämpft. Nicht jeder wird genommen, weshalb ihr körperlich und persönlich schon eine gewisse Grundeinstellung zeigen solltet, wenn ihr in der Sicherheitsbranche arbeiten möchtet.

Wesentlich in der Ausbildung ist auch die sogenannte Waffensachkundeprüfung gem. §7 Waffengesetz (kurz §7 WaffG). Auch das Fahren etwaiger gepanzerter Fahrzeuge, kann ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung sein. Hier kommt es immer darauf an, wo und wie (IHK, Akademie, Lehrgang) ihr euere Ausbildung abschließt.

Wer Personenschützer im staatlichen Dienst werden möchte, muss hingegen meist den Weg über die Polizei oder die Bundeswehr gehen. Wer dort bereits erfolgreich ist und verschiedene Lehrgänge und Weiterbildungen absolvieren konnte, kann später meist such problemlos als staatlicher Personenschützer arbeiten.

Dauer der Ausbildung

Eine Ausbildung im Personenschutz dauert in der Regel drei bis sechs Monate, ist also vergleichsweise schnell abgeschlossen. Außerdem kann sie als zertifizierter IHK Lehrgang absolviert werden. Durch die kurze Dauer, gleicht die Ausbildung eher einem Bootcamp, in welchem ihr Grundwissen und weiterführende Maßnahmen vermittelt bekommt, um in Gefahrensituationen richtig zu reagieren. Einen starken Charakter und entsprechende Fähigkeiten, müsst ihr hingegen selbst mitbringen.

Mehr zu den Voraussetzungen im Personenschutz, gibt es weiter unten.

Allgemein lässt sich sagen, dass wir hier weder von einer langen, noch besonders anspruchsvollen Ausbildung sprechen. Jeder der bereit ist alles zu geben, kann die Ausbildung zum Personenschützer absolvieren und anschließend auch in diesem Beruf arbeiten. Ein paar Grundlagen sollten dennoch erfüllt werden.

Voraussetzungen für die Ausbildung

Wer im Personenschutz arbeiten möchte, sollte ein paar grundlegende Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört beispielsweise, dass tadellos Deutsch gesprochen wird. Meist sind auch weitere Sprachen (vor allem Englisch) wichtig, vor allem wenn international gearbeitet werden soll. Wer Prominente an einem Galaabend als Personenschützer zur Seite stehen soll, muss im Notfall schließlich auch mit Gästen aus Amerika zurechtkommen. Gleiches gilt für Politiker, die schließlich häufig auch im Ausland unterwegs sind oder Staatsbesuch empfangen.

Zu solchen Standards gesellt sich die Waffensachkunde (gemäß §7 WaffG). Ihr braucht kein Waffenarr sein, doch ein wenig Grundwissen in diesem Bereich ist ebenfalls absolut von Vorteil. Da die Waffensachkunde auch Teil der Ausbildung zum Personenschützer ist, schadet es nicht, wenn ihr einen Waffenschein besitzt oder die Waffensachkundeprüfung bereits abgeschlossen habt.

Auch Erfahrungen im Kampfsport (Stichwort: Selbstverteidigung) werden bei der Personenschutzausbildung gerne gesehen. Ein sportliches auftreten ist zwar ebenso wichtig, doch gerade verschiedene Erfolge im Kampfsport zeigen, dass der Auszubildende einen gewissen Ehrgeiz besitzt und sich auch entsprechend beherrschen kann. Schließlich geht es beim Kampfsport in der Regel um die reine Selbstverteidigung und entsprechende Techniken, nicht um wilde Prügeleien.

Wer eine Ausbildung im Personenschutz absolvieren möchte, benötigt selbstverständlich auch eine weiße Weste. Bedeutet für euch, dass ihr ein sauberes und astreines polizeiliches Führungszeugnis benötigt. Wer das nicht hat, wird es schwer haben im Personenschutz zu arbeiten. Es gilt quasi als absolute Grundvoraussetzung.

Wer bereits als Sicherheitskraft, als Sicherheitsdienst oder allgemein innerhalb Sicherheitsbranche gearbeitet hat, sollte dies bei der Anmeldung ebenfalls erwähnen. Solche Erfahrungen sind natürlich Gold wert für die Ausbildung im Personenschutz und erhöhen die Chance auf einen Ausbildungsplatz, gerade wenn nur wenige Plätze zu vergeben sind.

Equipment eines Personenschützers

So viel verdient ein Personenschützer

Über Gehälter lässt sich immer diskutieren, denn gerade im Personenschutz, fallen selbige gerne mal flexibel aus. Angefangen von 2.500 Euro bis hin zu 10.000 Euro, ist deshalb vieles denkbar und im Grunde alles möglich.

Das liegt daran, dass das Gehalt eines Personenschützers auch davon abhängt, wie gefährlich seine Arbeit im Alltag ist. Wer hochrangige Politiker schützen soll, verdient meist nicht schlecht. Wer Manager schützen soll, muss sich hingegen meist mit weniger zufrieden geben. Bei Prominenten ist das Gehalt meist offen, je nachdem wie hoch die Gefahr tatsächlich erscheint und wie viel selbige bereit sind zu zahlen. Oftmals ist es also Verhandlungssache oder hängt damit zusammen, bei welcher Firma ihr als Personenschützer anfangt und wie lange ihr schon dabei seid.

Das Gehalt in der Sicherheitsbranche ist allgemein also recht flexibel. Grundsätzlich hat selbiges aber nichts mit der Personenschutzausbildung zu tun. Für solche Lehrgänge müsst ihr in der Regel nämlich selbst zahlen und auch die vielen Weiterbildungen und Lehrgänge, die euch in Zukunft über neue Techniken etc. informieren, zahlt ihr meist aus der eigenen Tasche. 5.000 bis 10.000 Euro können Ausbildungen im Personenschutz kosten.

Doch wer sich am Ende gut auskennt, jede menge Weiterbildungen vorzuweisen hat und auch sportlich versiert ist, kann dann selbstverständlich auch ein entsprechendes Gehalt verlangen.

Fazit zur Personenschutzausbildung

Auch wenn es einen IHK Lehrgang gibt, so gleicht die Ausbildung im Personenschutz doch eher einem Seminar oder Bootcamp, in welchem ihr innerhalb kürzester Zeit, viel lernen müsst. Am Ende gibt es dann die Zertifikate und Sachkundeprüfungen, die es euch ermöglichen im Personenschutz zu arbeiten.

Wer vorab bereits als Sicherheitskraft oder im Sicherheitsdienst gearbeitet hat, dürfte mit derartigen Ausbildungen keine Probleme haben. Auch Vorwissen im Bereich der Selbstverteidigung ist immer von Vorteil.

Am Ende ist und bleibt die Ausbildung im Personenschutz aber eher ein Lehrgang, indem ihr schnell und direkt Grundlagen und Fachwissen vermittelt bekommt, um anschließend als Personenschützer arbeiten zu können. Ganz wichtig dabei: Die Ausbildung zahlt ihr aus eigener Tasche. Wer die Personenschutzausbildung absolvieren möchte, muss demnach immer etwas Leidenschaft für die Sache mitbringen.

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